Das Gasthaus Ochsen Littau ist eine über 400 Jahre alte Dorfbeiz an der Cheerstrasse 2 in 6014 Luzern, die seit 1607 am historischen Dorfplatz von Littau steht und 2023 durch eine Baugenossenschaft vor dem endgültigen Aus gerettet wurde.
Das Wichtigste
- Erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1607, Tavernenrecht seit 1627
- Rettung 2023 durch die «Baugenossenschaft Am Dorfplatz» nach Schliessung der Familie Haldi
- Neue Gastgeberin: Anja Waltenspül, 29 Jahre, gebürtige Glarnerin
- Über 100 Sitzplätze im grossen Saal, dazu Gaststube, Sääli und Gartenwirtschaft
- Littauer Riesling vom Littauer Berg im Offenausschank als regionale Besonderheit
Gasthaus Ochsen Littau: Die Traditionsbeiz im Herzen des Dorfes
Wir betreten den Ochsen und spüren sofort, was eine echte Dorfbeiz ausmacht. Die Gaststube ist vom Boden bis zur Decke in rehbraunes Holz gekleidet. Weissgedeckte Tische sorgen für gediegene Atmosphäre, angestammte Plätze für die Kontinuität einer echten Gemeinschaft.
Littau gehört zur Stadt Luzern und hat doch den Charakter eines eigenständigen Dorfes bewahrt. Der Ochsen bildet dessen Herzstück. Genossenschaftspräsident Roger Sonderegger beschreibt ihn treffend als «ein zweites Zuhause». Dieses Credo passt perfekt zu unserer Vision eines Ortes, an dem niemand allein sitzt.
Über 400 Jahre Geschichte: Vom Pilgerhalt zum Herz von Littau
Seit 1607 steht die Jahreszahl an der Hauswand – so alt ist die erste urkundliche Erwähnung. Ursprünglich hiess das Haus schlicht «die Herberge». Erst der Kaufbrief von 1814 nennt es «Wirtshaus». Den Zusatz «zum Ochsen» erhielt es später.
1627 bekam das Haus das Tavernenrecht, eine historische Gaststättenkonzession mit weitreichenden Privilegien. Pilger aus dem Entlebuch kehrten hier auf ihrer Wallfahrt nach Einsiedeln zur Stärkung ein. Die Luzerner Regierung ging bis 1874 im Ochsen ein und aus.
1807 brannte der Ochsen bis auf die Grundmauern nieder. Das Dorf baute ihn in kurzer Zeit wieder auf. 1891 fungierte das Gasthaus vorübergehend als Gemeindehaus.
Wie eine Genossenschaft den Ochsen vor dem Aus rettete
1944 erwarb die Familie Haldi den Ochsen. Ab 2005 führten Roland und Irène Haldi den Betrieb in dritter Generation. Am 23. Juli 2023 schloss der Ochsen nach 79 Jahren Familienbetrieb seine Türen aus gesundheitlichen Gründen.
Die Antwort aus dem Dorf kam schnell. Im Frühsommer 2023 gründete sich die «Baugenossenschaft Am Dorfplatz». Ende August 2023 füllte die Infoveranstaltung den Saal bis auf den letzten Platz. Präsident Roger Sonderegger, Raumplaner und Mitte-Grossstadtrat, formulierte das Ziel klar: keine Kette, keine weitere Pizzeria, sondern eine Dorfbeiz für alle.
Im November 2023 öffnete der Ochsen wieder. Die junge Gastgeberin Anja Waltenspül, 29 Jahre, kündigte ihren sicheren Job als Chef de Réception im Romerohaus für dieses Projekt. Ihre Vision: «Das geht mindestens noch 35 Jahre!»
Die Küche: Schweizer Klassiker, Wildsaison und der geheime Littauer Riesling
Küchenchef Bujar Shala kocht gutbürgerlich, bodenständig und saisonal aus der Innerschweiz. Alle Beilagen entstehen täglich frisch im Haus. Die Karte umfasst Schweizer Klassiker mit klarer Handschrift.
| Gericht | Preis CHF | Besonderheit |
|---|---|---|
| Wiener Schnitzel vom Kalb | ca. 35.00 | Besonders zarte Qualität |
| Cordon Bleu mit Käsefüllung | 37.80 | Hausklassiker |
| Chateaubriand Sauce Béarnaise | ab 2 Personen | «Der Ochsen-Hit» |
| Mittagsmenü werktags | unter 25.00 | Inkl. Salat oder Suppe |
Die Wildsaison im Herbst zieht Gourmets aus der ganzen Region an. Der Reh-Pfeffer gilt in Bewertungen als «bester der Region». Der Rehrücken wird als «butterzart» beschrieben. Hausgemachte Spätzli, Marroni und Rotkraut begleiten das Wild.
Eine echte Rarität versteckt sich auf der Weinkarte: Der Littauer Riesling vom Littauer Berg der Familie Wicki. Wir empfehlen, gezielt danach zu fragen. Dieser Wein steht sinnbildlich für die regionale Verwurzelung des Hauses.
Räumlichkeiten für jeden Anlass: Von der Gaststube bis zum 100er-Saal
Vier Bereiche decken alle Anlässe ab. Die urchige Gaststube eignet sich für den Feierabend unter Stammgästen. Das Restaurant bietet unkomplizierten Rahmen für den entspannten Besuch.
Das kleine Sääli schafft einen privaten Kreis für Familienfeiern. Der grosse Saal mit rund 100 Sitzplätzen steht für Geburtstage, Gedenkfeiern und Generalversammlungen bereit. Die Gartenterrasse unter ausladenden Bäumen kombiniert Feierabendbier-Atmosphäre mit einem hauseigenen Spielplatz in Rufweite.
Der häufigste Fehler bei der Reservierung im Ochsen
Viele Gäste reservieren zu spät am Abend. Unser Tipp: Wir wählen bewusst den frühen Abend. Die Küche ist dann noch nicht überlastet, das Essen kommt schneller auf den Tisch.
Für die Wildsaison zwischen September und Dezember empfehlen wir eine Reservation mindestens eine Woche im Voraus. Bei schönem Wetter ist der Garten oft vollständig ausgebucht. Grosse Feiern im 100er-Saal benötigen längere Vorlaufzeit wegen der hohen Nachfrage.
Anfahrt, Öffnungszeiten und praktische Tipps für Ihren Besuch
Der Ochsen liegt an der Cheerstrasse 2 in 6014 Luzern. Ein grosser Parkplatz direkt vor dem Haus ist in der Region eine Seltenheit. Die ÖV-Anbindung ermöglicht die autofreie Anreise.
Reservationen erfolgen telefonisch unter 041 250 23 22 oder per E-Mail an essen@ochsenlittau.ch. Die Hauptgerichte bewegen sich zwischen 30 und 40 CHF. Alle gängigen Debit- und Kreditkarten werden akzeptiert. Auf Tripadvisor erreicht das Haus 4,6 von 5 Punkten.
Hunde sind willkommen. Familien mit Kindern profitieren von der Kombination aus Garten und Spielplatz. Wir empfehlen den Ochsen als authentischen Rückzugsort, wo sich 400 Jahre Dorfgeschichte auf einem Teller wiederfinden lassen.